Berlin ist eine der grünsten Metropolen Europas. Mehr als 2.500 Parks und Grünanlagen verteilen sich über die Stadt, von riesigen Volksparks bis zu kleinen Kiezgrünflächen. Für viele Menschen ist die Nähe zum nächsten Park sogar ein entscheidendes Kriterium bei der Wohnungssuche. Nicht umsonst berät eine erfahrene Umzugsfirma für alle Berliner Bezirke ihre Kunden oft auch dazu, welcher Kiez zu welchem Lebensstil passt.

Wir sind mit unseren Gästen fast täglich in Berliner Grünanlagen unterwegs und haben unsere Lieblinge ausgewählt. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die schönsten Parks vor, die Sie mit dem Fahrrad erreichen können, sortiert nach Bezirken, mit ehrlichen Tipps zu Wegen, Regeln und den besten Tageszeiten.

Vorab: Radfahren in Berliner Parks, was ist erlaubt?

Bevor wir losradeln, ein wichtiger Hinweis: In Berliner Grünanlagen dürfen Sie nicht überall fahren. Grundsätzlich ist das Radfahren nur auf Wegen erlaubt, die dafür ausgewiesen sind. In einigen Anlagen, vor allem in Gärten mit Eintritt, ist es ganz untersagt, dort schieben Sie Ihr Rad oder lassen es am Eingang stehen.

Auch auf freigegebenen Wegen gilt: Fußgänger haben Vorrang, und Schrittgeschwindigkeit ist an belebten Stellen selbstverständlich. Wer mit Klingel, Rücksicht und einem freundlichen Lächeln unterwegs ist, wird in Berlins Parks fast immer herzlich empfangen. Die zuständige Senatsverwaltung informiert auf ihrer Seite zu Natur und Grün in Berlin ausführlich über die Grünanlagen der Stadt.

Mitte: Der Große Tiergarten

Der Tiergarten ist das grüne Herz Berlins und mit rund 210 Hektar einer der größten innerstädtischen Parks Deutschlands. Früher Jagdrevier der Kurfürsten, ist er heute ein Netz aus schattigen Alleen, Teichen, Wiesen und Denkmälern. Mittendrin thront die Siegessäule, von deren Aussichtsplattform Sie einen wunderbaren Rundblick haben.

Segway-Tour an der Siegessäule im Berliner Tiergarten
Die Siegessäule steht mitten im Großen Tiergarten, dem grünen Herzen Berlins.

Radeln Sie unbedingt am Neuen See vorbei und durch den Englischen Garten bis zum Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten. Der Tiergarten ist auch fester Bestandteil vieler unserer Touren, etwa der dreistündigen Segway Tour durch das Herz der Hauptstadt, bei der Gäste die Ruhe des Parks nach dem Trubel am Brandenburger Tor besonders genießen.

Radgruppe vor Schloss Bellevue am Rand des Tiergartens
Schloss Bellevue, Amtssitz des Bundespräsidenten, liegt direkt am Tiergarten und ist ein beliebter Stopp.

Tempelhof-Schöneberg und Neukölln: Tempelhofer Feld

Kein Ort zeigt den Berliner Freiheitsgeist so deutlich wie das Tempelhofer Feld. Wo bis 2008 noch Flugzeuge starteten und landeten, fahren heute Radfahrer, Skater und Kitesurfer auf den alten Start- und Landebahnen. Die Fläche ist so weit, dass man vergisst, mitten in einer Millionenstadt zu sein.

Die Rollbahnen sind perfekt für Einsteiger, Kinder und alle, die einfach einmal ohne Autoverkehr radeln möchten. Das Feld ist nachts geschlossen, die Öffnungszeiten richten sich nach dem Sonnenlauf. Aktuelle Informationen zu Zugängen und Regeln finden Sie bei der landeseigenen Grün Berlin GmbH, die das Feld betreut.

Unser Tipp: Kommen Sie zum Sonnenuntergang. Wenn die Sonne über den alten Hangars versinkt, ist das Feld einer der stimmungsvollsten Orte Berlins.

Friedrichshain-Kreuzberg: Volkspark und Gleisdreieck

Der Volkspark Friedrichshain ist der älteste öffentliche Park Berlins und bekannt für den Märchenbrunnen mit seinen Figuren aus den Grimm-Märchen. Dazu kommen zwei künstlich aufgeschüttete Hügel, der Große und der Kleine Bunkerberg, die aus Kriegstrümmern entstanden sind. Mit dem Rad lohnt sich eine Runde auf den Wegen um die Hügel.

Ganz anders wirkt der Park am Gleisdreieck, der auf einem ehemaligen Bahngelände entstanden ist. Hier treffen alte Gleisreste auf moderne Landschaftsarchitektur, und breite Wege machen den Park zu einer beliebten Nord-Süd-Verbindung für Radpendler zwischen Kreuzberg und Schöneberg.

Treptow-Köpenick: Treptower Park und Spreeufer

Der Treptower Park liegt direkt an der Spree und ist vor allem an Sommerabenden ein Treffpunkt für ganz Berlin. Ausflugsboote legen am Ufer an, auf den Wiesen wird gepicknickt. Ein historischer Ort ist das Sowjetische Ehrenmal, eine der größten Anlagen dieser Art außerhalb der ehemaligen Sowjetunion.

Uferpromenade an der Spree in Berlin mit Ausflugsschiff
Entlang der Spree führen schöne Uferwege zu den Parks im Südosten Berlins.

Von hier aus können Sie weiter der Spree folgen, vorbei am Plänterwald, bis Richtung Köpenick. Der Bezirk Treptow-Köpenick ist der waldreichste Berlins und ein Paradies für längere Touren ins Grüne.

Charlottenburg-Wilmersdorf: Schlossgarten und Grunewald

Der Schlossgarten Charlottenburg verbindet barocke Gartenkunst mit englischem Landschaftspark. Beachten Sie hier besonders die Regeln, denn in historischen Gärten gelten oft strengere Vorgaben für das Radfahren. Das Rad ist aber ideal, um das Schloss zu erreichen und von dort entlang der Spree weiterzufahren.

Weiter südwestlich wartet der Grunewald, ein echter Wald mit Seen, Sandwegen und dem Teufelsberg mit seiner ehemaligen Abhörstation. Im Sommer ist die Tour zum Grunewaldsee oder zum Schlachtensee ein Klassiker. Wer noch weiter möchte, findet in unserem Beitrag zum Tagesausflug nach Potsdam mit dem Fahrrad eine schöne Fortsetzung.

Pankow und Reinickendorf: Mauerpark und Tegeler Forst

Der Mauerpark in Prenzlauer Berg ist vor allem sonntags legendär: Flohmarkt, Straßenmusik und Open-Air-Karaoke ziehen tausende Menschen an. Mit dem Rad sollten Sie dann besser schieben. Unter der Woche ist der Park dagegen ruhig und ein schöner Startpunkt für eine Fahrt entlang des Berliner Mauerwegs.

Im Nordwesten lockt der Tegeler Forst mit dem Tegeler See. Hier fühlen Sie sich fast wie auf dem Land. Der Weg entlang des Seeufers gehört zu den schönsten Radstrecken im Norden Berlins.

Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg: Der grüne Osten

Der Osten Berlins wird oft unterschätzt, dabei hat er grün einiges zu bieten. Die Gärten der Welt in Marzahn zeigen Gartenkunst aus verschiedenen Kulturen, vom chinesischen bis zum englischen Garten. Hier gilt allerdings: Eintritt und kein Radfahren innerhalb der Anlage. Das Rad bringt Sie aber bequem hin, und rund um den Kienberg führen schöne Wege.

In Lichtenberg lohnt sich der Landschaftspark Herzberge, in dem sogar Schafe weiden. Ein Ort, an dem Berlin ganz und gar nicht nach Großstadt aussieht.

Berlins Parks im Lauf der Jahreszeiten

Jeder Park hat seine beste Zeit, und wer das weiß, erlebt ihn gleich doppelt so schön. Im Frühling lohnt sich vor allem der Tiergarten, wenn die ersten Wiesen blühen und die Alleen in frischem Grün leuchten. Auch die Kirschblüte entlang des ehemaligen Mauerstreifens zieht jedes Jahr viele Radfahrer an.

Der Sommer gehört den Wasserlagen. Treptower Park, Spreeufer und die Seen im Grunewald sind dann die idealen Ziele für lange Abende. Fahren Sie möglichst früh los oder am späten Nachmittag, denn mittags wird es auf den Wegen schnell voll und heiß.

Im Herbst verwandeln sich Tiergarten, Volkspark Friedrichshain und Tegeler Forst in ein Meer aus Gelb, Orange und Rot. Für uns ist das die schönste Zeit für Parktouren: angenehme Temperaturen, weiches Licht und deutlich weniger Betrieb als im Hochsommer. Achten Sie nur auf nasses Laub, das auf den Wegen rutschig sein kann.

Und selbst im Winter haben die Parks ihren Reiz. Ein klarer, kalter Tag auf dem Tempelhofer Feld mit Raureif auf den Wiesen ist ein Erlebnis, das Sie so schnell nicht vergessen. Warme Handschuhe und gutes Licht vorausgesetzt.

Eine Parkroute zum Nachfahren

Für einen entspannten Tag im Grünen empfehlen wir diese Runde von rund 20 Kilometern. Planen Sie mit Pausen einen halben Tag ein und nehmen Sie eine Picknickdecke mit:

  1. Start im Tiergarten: Einrollen unter alten Bäumen, vorbei an der Siegessäule.
  2. Park am Gleisdreieck: breite Wege und Industriecharme zwischen Kreuzberg und Schöneberg.
  3. Tempelhofer Feld: einmal über die alten Rollbahnen, ideal für die Mittagspause.
  4. Durch Neukölln an den Landwehrkanal: Cafés und Uferwiesen für den Nachmittagskaffee.
  5. Entlang der Spree zum Treptower Park: Ausklang am Wasser, im Sommer gerne bis zum Sonnenuntergang.

Die Route eignet sich auch gut für Familien. Weitere Ideen für Touren mit Kindern finden Sie in unserem Beitrag über Fahrradtouren für Familien in Berlin.

Häufig gestellte Fragen

Darf man in allen Berliner Parks Fahrrad fahren?

Nein. Erlaubt ist das Radfahren nur auf dafür ausgewiesenen Wegen. In einigen Anlagen, vor allem in Gärten mit Eintritt oder historischen Schlossgärten, ist es ganz oder teilweise verboten.

Welcher Park eignet sich am besten für Anfänger?

Das Tempelhofer Feld. Die ehemaligen Rollbahnen sind breit, eben und frei von Autoverkehr, ideal zum Üben und für Kinder.

Wann ist die beste Zeit für eine Parktour?

Frühe Vormittage unter der Woche sind am ruhigsten. Besonders stimmungsvoll sind aber auch die Abendstunden im Sommer und die bunten Wochen im Herbst.

Kann ich Parks auch bei einer geführten Tour sehen?

Ja, der Tiergarten ist Teil vieler unserer Fahrrad- und Segwaytouren. Unsere Guides erzählen dabei auch die Geschichte hinter den Grünanlagen.

Fazit: Berlin ist grüner, als Sie denken

Wer Berlin nur von seinen Sehenswürdigkeiten kennt, verpasst eine ganz wichtige Seite der Stadt. Die Parks sind Treffpunkte, Erholungsorte und Geschichtsbücher zugleich, und mit dem Fahrrad erreichen Sie sie schnell und entspannt. Ob Sie in Berlin zu Besuch sind oder gerade einen neuen Kiez suchen: Nehmen Sie sich Zeit für das Grün. Es wird Ihr Bild von Berlin verändern.